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andrea schnell

Andrea Schnell: „Sprachlos”

Sprachlos, 2010
Tusche, Kreide auf Papier
30 x 41 cm

Es geht nicht um die Erfahrung von Dunkelheit der äußeren Welt. Nächtliche Wesen drängen sich aus dem Inneren der Künstlerin Andrea Schnell aufs Zeichenblatt wie Klecksfiguren. Es wäre einfach, deren Entstehung allein als spontan auftretende künstlerische Schöpferkraft aus dem Unbewussten zu erklären. Die Nacht in die innere Finsternis spiegeln, hieß bislang in der Psychoanalyse, den Abstieg zurück zur eigenen primitiven Phase, eine Art Prähistorie der Kindheit als geheimnisvollen Höhlengang zu beschreiten. Das gefürchtet Finstere mit Wesen als inneres Ausland bevölkern, bewirkt, dass sie spontan herausflitzen, als ob sie das Papier gleich wieder verlassen möchten, um sich im nächsten Augenblick schamvoll zu verbergen. Schnell beschreibt sie jedoch als Ergebnisse ihrer Verbindung zum Transzendenten, das bedeutet aber nach oben hin und nicht nur aus den Tiefen der Seele. Die Mischwesen bestehen aus eigenen Persönlichkeitsanteilen oder Empfindungen und ganz Fremdem, Unheimlichem …

Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer
Spontane Einflüsterungen oder Drama der Damen

„Nachtstücke” – Katalog Malerei 2010
Katalog online durchblättern

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Andrea Schnell: „Have an eye on you”

Have an eye on you, 2001
Zeichnung über Kohlepapier
31 x 22 cm

Andrea Schnells „Körperzeichnungen” entstehen nicht als Studien nach einem Modell, sondern nach einer inneren Vorstellung. Es ist auch keine physische Körperlichkeit gemeint, die naturalistisch wiedergegeben wird, vielmehr geht es um eine bestimmte Symbolik und eine emotionale Komponente. Was auf dem Papier entsteht, ist ein Konturieren dessen, was an innerer Vorstellung und subjektiver Empfindung vorhanden ist. Die Zeichnung entspringen einer von innerer Bewegtheit ausgelösten Motorik. Verzeichnungen, Vergrößerungen, Streckungen, Quetschungen haben in diesem Sinn eine psychische Dimension.

In jedem Fall entsteht ein Eindruck von Bewegtheit, die sich nicht nur auf die Bewegung des dargestellten Körpers bezieht, sondern auf die psychische, emotionale Bewegtheit der Künstlerin. Die Gestalten sind Spiegelungen ihrer Stimmungen, sie beschreiben Seelenzustände. Die psychische Energie, aus der die Zeichnungen entstanden sind, überträgt sich auf den Betrachter, geht sozusagen auf den Betrachter über.

Dr. Andrea C. Fürst
„Körperzeichnungen – Landschaften”

In „Alter Ego – Herzstücke”, Edition Thurnhof Horn, 2003

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… Diese graphische Serie – kleinformatige Zeichnungen weiblicher Akte – sind als Monotypien entstanden. Diese indirekte Zeichentechnik begünstigt das Ausschalten der kontrollierten und oft von formalen Kriterien bestimmten Strichsetzung im üblichen Zeichenprozeß … In der Monotypie wird nun durch die Ausblendung des Zeichengrundes die Wahrnehmung der Künstlerin fast ausschließlich auf sich selbst zurückgeworfen – ein oft überraschend verstörendes Erlebnis, das von Einsamkeit und vom Zwang zur Kompromisslosigkeit geprägt ist. Dieser kompromisslose Blick auf die eigene Körperlich- keit und Empfindungswelt eröffnet jedoch neue Spielräume der Körperbeschreibung …

Mag. M. C. Holter
Einführung zur Ausstellung „Alter ego”, Galerie Plank, Wien 1999

Andrea Schnell: „Geflügeltes”

Geflügeltes, 1997
Acryl, Kreide, Collage auf Papier
75 x 56 cm

Es hat sich in den letzten Jahren Einiges geändert in den Arbeiten von Andrea Schnell: es gibt mehr Malerei und damit auch mehr Farbigkeit, es tauchen Figuren auf, wo früher abstrakt organische Formen überwiegten. Nur der Malvorgang und die Vielfalt der Techniken – allen voran das Collagieren und Kombinieren ganzer Assemblagen aus zuvor teils verworfenen und zerschnittenen Werkteilen – ist geblieben.

Das Märchen, die Mythen und die Geschichten aus der Natur waren auch in früheren Zyklen von großer Bedeutung, nun tauchen sie immer häufiger auf, sind auch durch die Titel erkennbar und durch Eugen Drewermanns Forschung angeregt; das Aufdecken der psychischen Verfassung, die Erzählung verschütteter Erinnerungen aus inneren Landschaften, setzt die Künstlerin ebenso fort. Das lyrische Element hat in den Strukturen der Arbeiten an Deutlichkeit gewonnen, manches Formfragment oder ganze Kompositionsteile scheinen der Mitteilung in losen Wortgefügen ähnlich.

Dr. Brigitte Borchardt-Birbaumer – „Die Stimme des Blauvogels”

Neue Bilder und Papierarbeiten von Andrea Schnell
Katalog Malerei – Collage 1998

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Andrea Schnell: „Schottisch”

Schottisch, 1992
Acryl, Collage auf Papier
84 x 44 cm

Andrea Schnell´s familiarity with Burns´poems has led her to identify some of the most pertinent aspects of his work in relation to her painting. These include a desire for idependence, liberation and a strong connection to the soil, to nature in all her contradictionary forms – at times fertile and nourishing, at others hostile and barren. Combining colour and form in an intuitive way, Schnell´s painting Schottisch (Scottish) is an emotional rather than a literal landscape. Her Shields are each paired with a Burns poem, by association rather than explanation. They have been created as “a defence against dependency and oppression, against the dogmatism which opposes the sensual joy of life”.

“Catch the moments as they fly” – International Contemporary Art in the Spirit of Robert Burns

Gracefield Arts Centre, Dumfries, Schottland 1996

… wie Andrea Schnell aus figürlichen und abstrakten Elementen mit einer sehr überlegten gestischen Kraft – und dies ist kein Widerspruch sondern ein Merkmal von guter Zeichnung – einen Bildraum aufbaut der Raum schafft für assoziative aber nicht beliebige Beziehungen der Elemente zueinander …

Dr. Peter Zawrel

Einführung zur Ausstellung „Malerei-Zeichnung”, Galerie Kursalon, Mödling 1993